“Dem Feminismus ist es nicht gelungen, eine originelle Version von Weiblichkeit zu entwickeln und echte Lust an der neuen Freiheit auszuleben. Statt dessen klammert er wie eh und je am alten Feindbild vom bösen Mann.” – Katharine Rutschky Marburger Express 1 /97
Apartheid und Rassentrennung sind, vorallem in den USA, noch heute ein Thema, über das sich vielerorts noch nicht alle einig sind. Und Diskriminierung aufgrund der Herkunft ist nur eine Form von vielen anderen, ausnahmslos abzulehnenden, Formen der Diskriminierung auf diesem Planeten.
Darwins Theorie, die Evolution durch natürliche Selektion hat mit dem Menschen ein Wesen hervorgebracht, dass es wie kein anderes versteht, Gefühle hervorzubringen und zu zeigen. Eins ist Fakt: Bereits in der Tierwelt werben maskuline und feminine Wesen um das andere Geschlecht, um sich fortpflanzen zu können. Somit sind Mann und Frau füreinander geschaffen. (Homosexualität jetzt mal ausgenommen, darum gehts in diesem Artikel ja nicht ^^) Worauf ich hinaus will, ist lediglich, dass wir im Gegensatz zu Tieren in einer sozialen Welt leben, wir schwimmen durch einen See anderer Menschen, sind in der Lage zu kommunizieren, zu handeln, obgleich wir es mit einem völlig unterschiedlichem Menschen zu tun haben.
Auch wenn wir diese Fähigkeit besitzen, schaffen es einige unserer Spezies immer wieder, zu spalten. In der Vergangenheit, wie auch in der Gegenwart zeigen dies immer wieder einzelne Personen. Eine davon ist Lena Simon. Sie heizt aktuell eine Gender-Diskussion bei den Piraten an, die obskurer garnicht sein könnte.
Historisch gesehen reicht die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts bis heute an, das steht außer Frage. Große Feminismus und Emanzipationsströmungen haben es erreicht, dass Frauen wahlrecht haben, arbeiten gehen dürfen, und letztlich Chancengleichheit zum Mann besteht. Dies war das erklärte Ziel der feministischen Strömung des letzten Jahrhunderts. Ein wahrlich ehrbares Ziel, wie ich finde. Doch war dies nicht nur mit der eigenen Gleichheit vor der Menschheit verbunden, sondern vielmehr auch mit Schuldzuweisungen und, ebenso, Diskriminierung des anderen Geschlechts. Kaum jemand wagt es heute noch von Männerdiskriminierung zu sprechen, viele Feministinnen sehen den Begriff überaus kritisch, was noch sehr harmlos formuliert ist.
Ich halte es doch für sehr fragwürdig, wenn von Diskriminierung im Beruf geredet wird. Bereits in der Schule, und das ist leider Realität, haben Frauen die Macht, ihre weiblichen Vorzüge auszunutzen, was nicht nur bei männlichen Lehrern funktioniert. Im Berufsleben werden neben schrecklichen “Quoten”, die letztlich nichts tun als unqualifizierte Menschen in wichtige Positionen zu drängen, auch vielerorts Frauen bevorzugt. Und das Frauen sich zum Großteil nicht für technische Dinge interessieren, ist längst nicht mehr die Realität, die es vor 10 Jahren vielleicht einmal war. Frauen bevorzugen es, sich geradezu in von Männern geschaffene Strukturen zu schmiegen, um leistungswillig nach oben zu kommen.
Wie kann man behaupten, dass es keine Frauen in Führungspositionen gäbe, wenn unsere Kanzlerin eine Frau ist? Die Abschlussnoten liegen bei weiblichen Menschen eher im guten Bereich, als bei männlichen und der Plural gehört auch den “Dies”. Wieviele Jahrzehnte hat der Feminismus gebraucht, die gegenwärtige gesellschaftsbeherrschende Stellung zu erreichen, Frauenbeauftragte, Frauenquoten, Frauenbibliotheken, Mentoringprogramme exclusiv für Frauen und Stellenausschreibungen nur für Frauen zu installieren, und nun erdreistet sich eine Partei, das alles als reines Profiteurstum und sexistische Privilegien abzutun und sich einfach auf reine Sacharbeit zu konzentrieren ?
Wie kann man von Unterdrückung sprechen, wenn eben jene Lena Simon sich mit pompösem Bild in einer Zeitung zeigt, und somit von ihren Rechten, die sie angeblich nicht hat, Gebrauch macht? Lena Simon als Vorsitzende des LV Berlin der JuPis zeigt damit, dass Frauen durchaus Aufstigschancen in der Partei haben, doch zweifle ich langsam dezent an ihrer Qualifikation.
Feministinnen oder irgendetwas kurz davor, wie Lena Simon, fordern nicht Gleichstellung. Keine andere Partei legt soviel Wert auf Gleichberechtigung, wie eben jene der Piraten. Lena möchte Privilegien aufgrund ihre Geschlechts, keine Gleichberechtigung. Sie zeigt mit tadelndem Finger auf alle Männer, und fordert Dinge, die letztlich die Kluft nur vergrößern und ihrem eigentlichem Bestreben alles andere als zuträglich werden. Das Binnen-I ist eine schreckliche Erfindung die ebenso diskriminierend wie grammatisch schlichtweg falsch ist.
Das Frauen sich nicht für die Themen der Partei interessieren (was eigentlich so auch nicht mehr stimmt), hat nichts mit bösen Männern in jener zu tun, niemand hält weibliche Menschen davon ab, sich zu engagieren. Viel mehr ist es selbstverschuldete Unmündigkeit, wie Kant sie bereits bezeichnete. Frauen werden außerdem von niemandem als “Sex-Objekt” abgestempelt. Wenn sie sich in Magazinen wie “Playboy” entblößen oder Filmchen drehen, ist das ihre eigene Entscheidung (die ich ihnen sehr wohl gönnen mag).
Bei der Betrachtung politischer Ansichten möchte ich mir das freche Recht nehmen, von Menschen, statt von Wählerinnen und Wählern zu sprechen. Es gibt keinen Grund, neben den biologisch bedingten körperlichen Differenzen, nicht von anderweitiger Gleichheit der Geschlechter zu sprechen. Man verbindet nach tausenden von Jahren Menschheitsgeschichte immernoch alte Bilder mit Männlein und Weiblein. Ist es nicht an der Zeit, diese abzulegen? Warum dürfen Mädchen nicht mit Jungs im Sandkasten spielen? Wieso finden Jungs Mädchen doof? Woher kommt dieses Bild? Wieso müssen Mädchen mit Barbie Puppen und Jungs mit Spielzeugautos spielen? Wieso gibt es “Männerberufe”, und nicht einfach “Berufe”?
Gleichberechtigung als Endziel ist definitiv noch nicht erreicht. Doch ist die Welt, die sich Feministinnen wünschen keine Welt der Gleichberechtigung. Mehr als offensichtlich wünschen sich Feministinnen eine Welt, in der weibliche Menschen bevorzugt werden, sei es im Beruf oder im Zoo auf dem Gehegeschild (“ElefantInnen”). Geschlechtsneutralität manifestiert sich sprachlich am deutlichsten in der Ächtung des Binnen-Is.
Faktisch gibt es Diskriminierung im Sprachgebrauch. Die äußert sich im Gebrauch von Worten wie “behindert, Spast, etc.” als Beleidigung. Dies gehört ganz klar geächtet. Doch der generische Maskulinum ist keine Form der Diskriminierung, da “Liebe Mitbürger” sicherlich niemanden direkt beleidigen würde.
Letztlich halte ich eine Diskussion über dieses Thema nicht für absolut falsch, doch befinden wir uns auf einer recht überholten Diskussionsebene, wie ich finde. Ich appelliere also an die Vernunft, alte Rollenbilder aber auch alte Bestrebungen einfach mal einer Generalsanierung zu unterziehen. Faktisch gibt es noch keine komplette Gleichberechtigung, das gilt aber sowohl für Männer als auch für Frauen, und da gilt es sicherlich, anzupacken.
