Archive for Oktober, 2009

Eindruecke aus dem Buch: Klara (Virtual Life) #2


2009
10.20

Heute wieder ein Eindruck aus dem Buch. Da vielen der Teil zu Klara am Besten gefallen hat, gibts hier die Fortsetzung dazu. Tatsächlich erinnere ich mich noch sehr gut an diese gesamte Geschichte, und einiges wird wohl noch viele zum Schmunzeln bringen. Über Kommentare und eigene Erfahrungen freue ich mich wie immer.

Virtual Life kann auch ein wenig ins Real Life münden, uns so traf ich sie an jenem schneebedeckten Winterabend im tiefsten Unterfranken.

Auf der linken Seite sieht man kleine Banken, dort hab ich mich mit ihr einige Zeit aufgehalten.
Coburg ist wirklich winzig, und der Weihnachtsmarkt hatte kaum was, außer Glühwein *__*


Zum ersten Treffen will ihr Vater mich vorher ausgiebig "begutachten", so lässt sie es mich in einer kurzen SMS wissen. Nunja, Standard halt. Die Zugfahrt zieht sich in die Länge. Zunächst fahre ich nach Frankfurt, steige dort um und fahre nach Würzburg. Ich stelle fest, dass ich diesen Ort wiedersehen werde. Dort steige ich wiederrum in die Regionalbahn nach Bamberg um, um schließlich in die Regionalbahn nach Coburg umzusteigen. Das sind 4 verdammte Stunden Zugfahrt für ein 14 jähriges Mädchen. Naja, was macht man nicht alles im Gefühlsrausch. 

Ich komme also in Coburg an. Im Reinfahren sehe ich sie bereits an der Treppe zum Ausgang stehen. Sie sieht aus, wie auf den Fotos, die sie mir zukommen ließ. Lange brünette Haare, eine recht sportliche Figur, und für 14 Jahre schon relativ reif. Sie ist recht groß. Daneben ihr Vater, ein recht schmächtiger Kerl mit Schnurrbart und einer Kippe im Mund. Ich habe ihr etwas mitgebracht. Das tut man einfach. Sind ja höflich, wir Menschen. Ich gebe zuerst ihm die Hand. "Hallo, Dedrui", grüßt er. Oh Mann. Das ist doch nicht sein Ernst. Er begrüßt mich mit meinem ingame Namen. Und ich dachte immer, ich sei süchtig. Ich umarme sie. Sie sagt nichts.

Wir laufen langsam in Richtung Innenstadt. Wenn man das so nennen kann, mir kommt es eher wie ein Kuhdorf vor. Sie sagt kaum etwas. Sie wendet sich immer an ihren Vater, und schaut mich nicht mal an. Ich könnte schon wieder umdrehen. Gut gut, wir erreichen die Straße, ihr Vater wendet sich an uns: "Ich verlasse euch nun, viel Spaß!". Im Laufschritt eilt er zum Parkplatz und fährt davon. "Das Kino macht erst um 14:00 auf, wir könnten ins Café", sagt sie nun im recht leisen Ton. "Was immer du willst", entgegne ich. Wir machen uns also auf den Weg zum Café. Das ist auch nur eine Straße weiter. Wie klein Coburg doch ist.

Wir setzen uns. "Eine Cola bitte", sagt Klara der Bedienung. Oh, sehr einfallsreich. Cola. In einem Café. Ist doch kein Internetcafé. "Für mich auch", sage ich ihm. Naja Bescheidenheit und so weiter. Wir reden. Nicht. Sie sagt garnichts und starrt nur, ja fast schon tot, aus dem Fenster. Irgendwer muss doch anfangen. "Schönes Wetter, nicht wahr?" frage ich. "Mhm ja", entgegnet sie. Welch sagenhafte Konversation. Das nahm dann so seinen Lauf. Wir redeten über Schnee, über das Wetter, über die Sachen, die sie sich vom Weihnachtsmann wünscht, und so weiter. Nicht gerade unterhaltsam, wie man sieht. Zu Weihnachten bekommt sie also ihren WoW Account, den sie aber bereits vorher benutzen darf. Sowas bezahlt man selbst, dachte ich, und wünscht sich dann irgendetwas viel größeres. Einen neuen PC, zum Beispiel.

Worüber rede ich mit einem 14-jährigem Mädchen? Ich kannte sie ja kaum, nur ihren Char. "Wie läuft die Schule?", frage ich. "Ähm naja, wir haben jetzt Ferien", antwortet sie. Achso stimmt ja, sowas gibts in Bayern ja auch. Himmel, was bin ich unbeholfen in dieser Situation. Ah, ein Geistesblitz. Ich hab ihr ja etwas mitgebracht. Eine Kette, die ich in Frankfurt gekauft hatte. Ein Herz, mit kleinen Edelsteinen verziert, an einer metallenen Kette, verpackt in einem roten Geschenkkarton. Tatsächlich freut sie sich. Was bekomme ich wohl? Sie gibt mir etwas in Geschenkpapier verpacktes. "Das ist für dich, aber Vorsicht.", sagt sie. Ich packe es aus. Es kommt ein Bild, in einem Bilderrahmen zum Vorschein. 2,50€, das Preisschild ist noch dran. Peinlich. Schwarzweiß-Bild. Okay das akzeptiere ich ja noch, aber sie musste noch lauter Glitzerzeugs drauftun, mit Paint, und noch ein wenig Text. "Hdgdlsmdufiue", steht drauf. Okay, manch eine Abkürzung ist selbstmir zu abstrakt. Entschlüsselt bedeutet es: "Hab dich ganz doll lieb super mega doll und für immer und ewig". Wo ist hier der Notausgang? Zuerst einmal dachte ich, wir seien schon zusammen, oder "zam", wie der Unterfranke sagt. Da kann man das auch in drei einfachen Worten sagen. Aber gut, was wäre ich ohne Geduld. Jedoch erscheint mir diese "Redewendung" oder wie man es nennen will ein wenig, naja, dümmlich? 

Wir kennen das alle, in den Social Networks im Netz. Da gibts viele kleine Mädels aber auch genug Jungs die "Picz" online stellen und um "Commis" betteln. Dabei stehen dort allerlei niveaulose Dinge wie "Playaa Bitcccchh" oder so. Genauso komme ich mir vor. Nicht zu unrecht. Sie schickte mir mal einen Link zur Seite ihrer "abf", aller besten Freundin, und dort fand ich solche "Playaa Bitch" Fotos wieder. Aber wenn du halt ein Nerd bist, der denkt, dass er sonst nie im Leben wieder eine Chance auf eine Freundin hat, zerstückelst du dein Selbstwertgefühl nunmal, und lässt dich auf alles ein.

Noch eine Stunde bis zum Film, in den sie mich zu gehen zwingt. Normalerweise gehe ich doch nicht ins Kino. Teuer, und es gibt genügend andere Möglichkeiten. Es ist Weihnachtszeit, und was zieht mich mehr an, als der Duft von Glühwein und Lebkuchen auf einem Weihnachtsmarkt. Selbst ein Dorf wie Coburg hat einen solchen, und so machen wir uns auf den Weg dorthin. 

Ich bin angetrunken. Zwei Gläser Cola sind schon deftig. Ich reiße mir also endlich mal ihre Hand an mich. "Gib her!", befehle ich. Sie lächelt mild. Okay, ein erstes Erfolgserlebnis. Ich freue mich tatsächlich ein wenig.

[...]
  • Share/Bookmark

Eindruecke aus dem Buch: Klara (Virtual Life)


2009
10.14

Der heutige Eindruck ist meiner allerersten Freundin gewidmet. Teert mich und federt mich, aber ich habe auch mal WoW gespielt, und habe sie sogar dort kennengelernt. Heute bin ich in einer relativ erfolgreichen politischen Karriere und habe ein Gehirn, also hat mich WoW nicht umgebracht :D

So nebenbei, zwar sind die geschriebenen Ereignisse zu gut 80% real, aber die Namen sind natürlich allesamt geändert, nicht dass mich irgendwer der im Buch vorkommt mal verklagt. Mit denen, zu denen ich Kontakt habe, ist das auch abgesprochen, auch welche Stellen ich erwähnen darf, und welche nicht.

Auch hier werde ich zunächst mal das Kennenlernen, was sicherlich ziemlich komisch ist, beschreiben. Have Pfann! Ich würde mich über Kommentare und Erfahrungen sehr freuen!

Die “Teil” Überschriften zeigen, dass das Buch in mehrere Teile untergliedert ist. Wie meine bisherigen Eindrücke zeigten, gibt es bis jetzt 3: einen der Nerds und Nerdinen im Allgemeinen beschreibt, einen über Klara (Virtual Life) und einen über Anja (Real Life). Da kommen noch ein paar hinzu. Aber erstmal abwarten ^^

—–

Jap, genau da wars. Bildquelle

Teil 2 – Klara (Virtual Life)

“Oh, wie hast du die Glückliche denn kennengelernt?” – “Beim Dunkeleisenzwerge farmen in Dun Modr, Sumpfland, Kalimdor.” – “Ähm ahja.”.

Die Beziehung mit Klara war im Grunde mein erster Kontakt zu Frauen. Im Nachhinein war es total der Reinfall, aber keine Fehlentscheidung. Man muss Erfahrung sammeln, um auch ein Gefühl für das andere Geschlecht zu finden.

Ich setze mich an meinen PC, logge mich ein letztes Mal im teuflischen Spiel World of Warcraft ein, und gehe an den Ort, an dem ich sie kennenlernte.

Vor einigen Jahren…

Schon lange Zeit spiele ich Warcraft 3. Die Kampagne bereitet mir Freude. Illidan und Arthas, die zwei Schurken im Spiel. Es war praktisch bereits ein ausgereiftes Rollenspiel, aber nun soll es also ein MMORPG geben, dass die Charaktere unter anderem behandelt. WoW gibt es schon seit ein paar Monaten, und auch das erste Addon ist bereits erschienen. Ich steige also komplett neu ein, zu einem Zeitpunkt, an dem andere bereits “imba 0wnz0rs” waren. Viele beklagen sich ja über die Neuerungen, aber ich schaue es mir einfach mal an. “Die Arguswacht” – RPPvP soll der Server sein. Rollenspiel kenne ich ja bereits aus Herr der Ringe Online, also fange ich doch dort an.Spannend.


Im Grunde wills ja niemand gespielt haben – das böse Spiel. Komisch, es ist das Spiel, mit den meißten Spielern, aber neeeiiin niemand spielts. Ist ja auch verpöhnt. Mann muss es ja irgendwie heimlich im Hinterzimmer spielen, um nicht Opfer irgendwelcher RL Mobbing Kampagnen zu werden. Andere behaupten das Spiel sei schlecht. Kann ja auch irgendwie nicht sein, sonst würde es ja keiner spielen. Zu Zeiten, die man heute als “PreBC” bezeichnet, also vor dem Addon Burning Crusade, gab es bereits eine sehr umfangreiche Story. Es gab unzählige Raids, die sehr ausgefallen gestaltet waren, und eine wirklich imposante Geschichte erzählten. Alteingesessene Spieler wissen, dass es da noch sehr sehr anspruchsvoll war, das Spiel. Mit dem ersten Addon sank der Anspruch allmählich. Das lockte viele “Kiddies” an, und so auch mich.


Ich levele vor mich hin, bringe den berühmten “Hogger” zu Fall, Edwin Van Cleef und wie die lowbob Bosse alle heißen. Irgendwann war ich kurz vor Level 30, und levelte im Sumpfland. Eine Vorquest für die Instanz “die Todesminen” besteht darin, ein paar Zwerge in Dun Modr umzuhauen. Der Questgeber stand vor dem Zwergendorf. Und da steht auch Klara. Eine Gnom Kriegerin mit grünen Haaren. Ihr Nick lautet “Lieselchen”. Bei der Kombo wird mir klar, dass es sich hier sehr warscheinlich um ein RL Mädel handeln muss. Da mich die Zwerge im Alleingang schon einige Male vernichtet haben, frage ich sie einfach ganz frech: “Na, musste auch die Zwerge killn?” “Ja, das is voll lol.”, engegnet sie. Ahja, “voll lol”: Bereits dieser Ausdruck zeigt mir, dass es sich hier um ein Weibchen jüngeren Grades handeln muss, aber nunja, was wäre die Welt nicht ohne Abenteuer.


Todesmutig betreten wir zwei Helden das Dorf, und ja, sie spielt grottenschlecht. Sie hat es irgendwie nicht so, mit ihrem Ansturm, und nutzte diese Attacke am Laufenden Band, sodass sie unzählige Zwergenscharen anzieht, die sie dann im nächsten Moment in Stücke reißen. Als Jäger hat man ja immer so ein Haustier bei sich, das einen verteidigen soll. Ich schicke Elke, so wie ich meine Katze nenne, auf die Zwerge, und mit ihren Hieben rettet sie mich vor den Zwergen. Dann warte ich darauf bis “Lieselchen” sich wiederbelebt und die lustige Fahrt beginnt von Neuem.


Die Sommerferien haben erst kürzlich begonnen, also habe ich auch mehr Zeit zum Zocken. Ich erfahre also dass sie Klara heißt, 14 Jahre alt ist und aus Coburg kommt. WTF, wo liegt Coburg. Ist das in Deutschland? Nein, in Bayern. Sogar in Unterfranken. Irgendwie kommt mir in den Sinn, dass ich mit Franken noch viel viel mehr zu tun haben werde. Paranoia. Gut, gut. Das ist keine geringe Entfernung. Aber ich bin ein Freak. Hey ich hab mit ihr 50 Level gepackt, das ist wahre Liebe. Ich bin mehrmals mit ihr durchs Kloster gerannt. Da erfahre ich auch, dass ihre Eltern auch zocken, und sogar dabei sind. Uff, das ist ganz schön hart. Aber so kann man sich schonmal ingame bei denen einschleimen. Nach wenigen Stunden sind wir also wieder aus dem Kloster draußen. “Wdmmg?”, schreibt sie mir. “Ähm okay xD.”, antworte ich. “Was bedeutet xD?”, entgegnet sie. Och neee. Das kanns doch nicht sein. Das verletzt mein sittliches Empfinden. Ich erkläre ihr also die Text Smilies. Immer wenn ich irgendwas mit “^^” schreibe, reagiert sie genervt. Dabei ist “^^” beinahe schon ein Reflex von mir.

Nungut, wir zocken uns das Gehirn aus dem Leib, und ich fange an ihre Eltern zu bequatschen. Das Gefühl ist irgendwie recht komisch. Es lag nichtmal unbedingt daran, dass hier keine RL Bindung besteht. Vielmehr ist mir die Person ansich ein wenig schleierhaft. Naja, ich wäre nicht ich, wenn ich nicht einfach mal bei ihr reinschaue. Ich muss also ihre Mutter darum bitten, sie mal sehen zu dürfen. “Das muss ich erst mit meinem Mann absprechen”, ist ihre Antwort. Nach ca. 10 Wochen, das ist dann in den Winterferien. Darf ich dann vorbeikommen. Natürlich “erstmal” keine Übernachtung, und ihr Vater will mich vorher “abchecken”. Total kontrollsüchtig, diese Eltern. Naja, was mach ich nicht alles durch. Ich setze mich also in den Zug und fahre in ein unbekanntes Land, nach Bayern. Nein. Nach Unterfranken.

[...]


  • Share/Bookmark

Eindruecke aus dem Buch: Anja (Real Life)


2009
10.12

Wieder einmal ein kurzer Ausschnitt aus dem Buch. Da sie es ist, die den Großteil des Buches füllen wird, ist das hier nur ein sehr kleiner Teil dessen, was euch im Buch erwartet. Euch sei gesagt, es wird lustig und traurig zugleich, also wundert euch auch nicht über den ein oder anderen w00t 3m0 Stuff, oder wie ihr das nennen würdet ;) Da das Buch zu über 50% aus der Beziehung mit Anja besteht, werde ich sicher noch ein paar mehr Eindrücke zu dem Teil mit Anja posten. In diesem gehts erstmal nur um das Kennenlernen. :D

—–

Bild gibts net. Persönlichkeitsrechte usw.

[...]

Teil 3: Anja (Real Life)

Nach dieser Beziehung der dritten Art, kann man sich vielleicht vorstellen, wie sehr mich eine Beziehung, die ich mir bis heute zurückwünsche, geholfen hat. Klara war ein Reinfall, doch Anja… Es war die glücklichste Zeit in meinem Leben, und die Trennung ist bis heute praktisch mein Untergang. “You’re d00m3d”, so würde es Pornophonique ausdrücken. Fehler die ich beging, Egoismus den ich betrieb, manchmal auch Ruhe die ich ihr hätte schenken müssen, all dies führten letztenendes zum Scheitern. Und ich warte praktisch jeden Tag darauf, dass sie mir noch eine zweite Chance gibt, dass ich es neu versuchen kann, die Erfahrung die ich gesammelt hatte, die Blickwinkel die ich geändert habe, anwenden kann. Wenn ich doch nur mit ihr glücklich bin, wenn ich denke dass sie und ich zusammen gehören, wenn ich hoffe diese eine Chance zu bekommen, die Liebe die bei ihr erloschen ist wieder aufglühen zu lassen, wenn ich immer an sie denke, tagein, tagaus, und wenn ich weiß dass ich ohne sie nie wieder glücklich werden kann, dann lohnt es sich um sie zu kämpfen. Es lohnt sich, auch wenn es unmöglich ist. Ich werde sie nie wieder haben können. Zu wissen, nicht in den Spiegel schauen zu können, ohne jede Sekunde an sie zu denken, ist schmerzhaft.


Ich lernte sie an jenem Ort kennen, den wir alle verdammen. An jenem Ort, an dem es am unwarscheinlichsten, ja beinahe unmöglich ist, einen Nerd überhaupt anzutreffen: Im Real Life. Es war an jenem Tag, wo ein Treffen eines Nerd-Vereins, nämlich der Jugendorganisation der Piratenpartei stattfand. Das war in Frankfurt. Sie kam aus der Nähe Würzburgs. Das sie für ein einfaches Treffen so weit reiste, imponierte mir. Aufgefallen ist sie mir bereits zuvor, in einem Mumble (Voicechat) Treffen. Sie hatte kein Mikrofon und schrieb allerlei Dinge in die Chatbox. Ich war sofort verliebt. Die Art, wie sie schrieb, die Smilies, die Wärme, die Intelligenz. “xD O.o xS ^^ <(^^<)”, alles Dinge, die mir an Klara fehlten, die sie an mir störte, die ich nun an Anja fand. Ich wollte wissen, wer sich dahinter verbirgt. Hinter dem Nicknamen, der mir heute nicht mehr aus dem Kopf geht, hinter “Lilie”.


Ich komme am Bahnhof Hauptwache an, und gehe nochmal die Orte ab, an denen ich meine Ehemalige kennenlernte.


Der Zug hat Verspätung. Ich schreibe Peter, dem Koordinator des Treffens eine SMS, dass ich später eintrudelte. “Lilie ist da”, ist seine Antwort. Mein Herz schlägt höher. Ich steige aus dem Zug aus, und bewege mich zum Treffpunkt. Da steht die Gruppe, an Menschen, denen ich die Hand schüttele, aber mein Blick ist auf sie gerichtet. Sie ist wunderschön. Ihre Kleidung, ihr Lächeln, und ihre Schüchternheit. Ich gebe ihr die Hand und stelle mich vor. Ich mustere sie. Sie trägt einen schwarzen Mantel und schwarze Stiefelchucks. Sie hat lange brünette Haare, und ist relativ blass. Sie hat eine schöne Figur, nicht zu dünn und nicht zu dick. Sie duftet. Diesen Duft werde ich nie vergessen. Es ist kein Parfum gewesen, by the way ;) Es gibt keinen richtigen Treffpunkt. “Lasst uns halt ins Barcelona gehen”, schlägt einer aus der Runde vor. Das ist ein Cafe, direkt um die Ecke. Ich beobachte einen Jungen, der neben ihr steht. Das ist ihr Bruder, er verhält sich sehr unauffällig. Fast schon zu unauffällig.


Ich liebe sie. Sie bestellt einen Kaffee. In der Extase, in der ich mich befinde, muss ich sofort dasselbe bestellen. Eigentlich trinke ich garkeinen Kaffee. Die Gruppe redet viel. Anja lacht viel, sie lacht wundervoll. Wir wechseln einige Blicke, und irgendwann müssen einige aus der Gruppe die Stadt wieder verlassen. Ich gehe mit Anja und ihrem Bruder an die S-Bahn Station. Wir reden noch ein bisschen über Frankfurt, und dann verabschieden wir uns. Manchmal macht sie ein Geräusch wenn sie feste ein- und ausatmet. So eine Art Hmmm, die Tonleiter runter. Es ist süß, mein Herz beginnt zu kitzeln, wenn sie es tut. Es ist kurz vor fünf, die beiden müssen weg. Ich schüttele ihrem Bruder die Hand, und umarme sie. Sie ist so wundervoll, ich muss einfach. Ich will garnicht mehr loslassen. Sie gibt ein “Oooohhhhh” von sich, also so ein fallendes wie bei “eine Runde Mitleid”. Mein Herz ist aufgewärmt.


[...]

  • Share/Bookmark