Ein neuer Eindruck aus meinem Buch! Diesmal geht es wieder um Nerd Frauen. Man sucht sie überall, und wenn man meint, eine gefunden zu haben, hat sie doch wieder irgendetwas unnerdiges an sich. In meinem Manuskript zähle ich sicher einige davon auf. Folgender Fall erwies sich als einer der abstruseren Art. Aber seht selbst!
Ich weise nochmal drauf hin dass es mir bewusst ist, dass die Auszüge teils recht flach sind. Das liegt einfach daran, dass ich gewisserweise nicht sofort alles posten möchte, damit am Ende auch jemand das Buch selbst liest :S
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Pic via andrewtcrummy on flickr - thx! cc-by-nc-sa
Ich habe in meinem Leben eigentlich nur eine richtige Nerd Frau kennengelernt. Ansätze für Nerd Frauen oder Geek Frauen lassen sich aber recht häufig beobachten. Manche haben das Netz und den PC einfach noch nicht für sich entdeckt. Ein Mädchen beispielsweise, was ich in der Grundschule kennenlernte, was vortrefflich in der Mathematik und im logischen Denken, verhielt sich immer äußerst unauffällig und trug eine Brille. Gut über die Bedeutsamkeit der Brille mag man streiten. Man sah sie auch nie irgendwo in der Realität, vermutlich war sie ein belesener Mensch. Die Mathematik an sich ist ja schon ein gutes Indiz für einen Gewissen Anteil an Geekness. Eine Sozialphobie erhöht die Geekness gleich noch mehr.
Nerdig war auch ihre Einstellung zu Selbstmordgedanken, die sie leider in die Tat umsetzte. Die Geschichte hierzu ist relativ kurz. Susanne, ihres Zeichens Rotschopf, pflegte eine recht merkwürdige Unterhaltungskultur. In der Sekundarstufe war sie eine Klasse über mir, und ich traf sie einmal auf dem Herrenklo, wie sie einige Kröten in eine Tüte gepackt hat. Dies hinterließ einen Eindruck der dritten Art, wie man sich sicherlich denken kann. An einem anderen Tag hatte sie ein paar tote Ratten in ihrem Schulranzen. Auf die Frage, zu welcher Tageszeit sie diese verspeisen wollte, antwortete sie nur “Brettspiel”.
Ansonsten hörte ich recht wenig von ihr, außer dass sie Schwimmen mochte, was ihr sicherlich starke Abzüge auf der Nerd Punktetabelle bringt. Dazu war sie noch im Religionsunterricht, was dem ganzen den Rest gibt. Finde sowas immer recht traurig, dass manche Menschen, die sonst alles sehr rational sehen, bei diesem Thema ihr Gehirn ausschalten.
Whatever. Als ich dann auf die Oberstufe wechselte, kam sie in meine Klasse. Sie freundete sich mit einem Menschen an, der bei mir eine starke Paranoia hinterlassen hat. Bob, ein schwuler katholischer Exorzist. Als er mir davon erzählte, lachte ich nur über ihn, denn es ist doch eigentlich ein Widerspruch in sich: Homosexualität und Katholizismus. Bob war, wie viele Mädchen * hust * in dem Alter, vernarrt in Manga und Anime. Diese Kinderkrankheit übertrug er dann auch schnell auf Susanne. Irgendwie passte das nicht zu ihr, aber ich wusste sehr wenig über sie. Sie sagte ja nie etwas. Manchmal hatte ich ganz vergessen, dass sie überhaupt in meiner Klasse war, oder dass es sie überhaupt gab.
Im Winter des Jahres war Bob dann verschwunden. Einige Tage nach seinem Verschwinden fand man Susanne in einem Pentagramm aus Rinderblut erdolcht auf einem schneebedecktem Feld. Nett. Ich konnte mir das Spektakel anschauen, es waren sehr schaurige Muster im Schnee. Fand ich persönlich verdammt ästethisch. Irgendwann brach die Polizei die Ermittlungen ab, und sagte, dass alles auf Selbstmord deute. Ihre Leiche lächelte damals, also wird das wohl stimmen. Ich wollte eigentlich ein paar Fotos für den “Crank” Ordner machen, aber die Eltern waren dort, weshalb ich das dann doch gelassen habe.
Wie dem auch sei, ein rational denkender Mensch, so sagte man mir einmal, solle die Entscheidungen anderer Menschen über ihr Leben respektieren, oder sich gar dafür freuen. Toleranz gegenüber solchen Gedanken zählt also zum Nerdtum. Ist irgendwie suboptimal. So werden die ganzen Leute die austicken und an ihrer Schule ein paar Leute umbringen und dann sich selbst natürlich auch in diese Ecke gedrängt. Dabei erzeugt Peter Lustig von Löwenzahn doch viel mehr Aggressionen als eine gepflegte Partie irgendeines Ego-Shooters.
Ich erinnere mich nicht wirklich an sonstige richtig nerdige Frauen. Ich fand neben Susanne noch eine vielzahl weiblicher Wesen, die abgeschottet vom sozialen Geschehen lebten die rational Denken konnten, oder viel vor dem PC saßen. Doch dann kamen immer wieder andere Faktoren hinzu, die sich negativ auf das Gesamtbild auswirkten. Es reicht nunmal nicht, dass nur einer der Faktoren zutrifft. Und eben dieses Zusammenspiel ist bei weiblichen Wesen eine absolute Rarität. So waren es keine Nerds, die ich traf. Es wird auch mit der Zeit schwieriger das zu definieren. Oder liegt es einfach am femininen Genus?
Frauen sind nicht gleichberechtigt. Höchstens mit einem Esel. Das zeigt das Nerdtum auch. Wenn Frauen gleichberechtigt wären, wüssten sie auf Anhieb was ein Systray ist, oder in welchem Gebiet man in Flyff auf Stufe 40 am Besten grindet. Sie wüssten dann was eine Ubuntu Live CD ist, und würden sich nicht jeden Morgen ein Gesicht aufmalen.
Bedienen wir damit eigentlich Klischees? Tut man Recht daran, mir vorzuwerfen, ich habe Stereotypen im Kopf gespeichert? Ja und nein, und das liegt eben daran, dass die Wesen, die nicht voll und ganz in das Raster passen, sich auch ganz deutlich eben in diesem Verhalten von den Nerds und Nerdinen unterscheiden. Und es ist nicht die Handtasche namens KDE, oder das Lippgloss namens GNU Image Manipulation Programm, sondern die fundamentale Grundeinstellung, die sich jenseits von Mode Accessoires wiederspiegelt.