Weiter gehts mit Klara. Demnächst gibts auch wieder zu anderen Teilen Eindrücke. Freue mich wie immer über Kommentare und eigene Erfahrungen!
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Die Treppe.. Gnaaaaahhhh!!!11 Bildquelle
“Ach mist, ist ja schon fast 14 Uhr”, sagt Klara, “da müssen wir erstmal ins Kino”. Na super. Kino statt Glühwein, diese verdammte Contentmafia auch noch unterstützen. -.-
Wir machten uns auf den Weg dorthin. Auch das Kino war nicht sehr weit weg. Eigentlich ist hier garnichts weit weg. Oh nein, eine Treppe. “Trägst du mich?”, frag ich sie. Sie lächelt nur. Also kämpfe ich mich die gefühlten 40000 Stufen zum Eingang des Kinos hoch. Oben angekommen und völlig außer Puste frage ich mich, in welchen geistigen Erguss eines Hollywood Filmemachers wir nun gehen werden. “Baader Meinhof Komplex”? Eigentlich ein guter Schinken, jedoch für ein 14 Jähriges Mädchen mit dem Horizont eines Pudels nicht sehr geeignet. Ah, Tintenherz. Da gehen wir mal rein. Am Ende des Filmes kommt ja so eine Oma, die Motorrad fährt, das könnte ein Dorfmädchen sogar lustig finden.
Möööp, Karten gekauft. Ich hab ihr eine Cola bezahlt, jetzt bezahlt sie mir die Kinokarten. Ein fairer Tausch. Zwei fufzig, gegen vierzehn Euronen. Muhaha Popcorn. Da stell ich mich doch gleich an. “Ich brauch nichts”, sagt sie. Doch, ein Gehirn. Naja, egal. Ich stelle mich in die Reihe von circa zehn Menschen. Es bewegt sich nichts. Sie stellt sich an den Rand und wartet. Verdammt. Nach ungefährt 10 Sekunden gehe ich wieder zu ihr. “Hab mich umentschieden”, erzähle ich ihr.
Der Film geht los. Hab den ja schon raubmordkopiert und angeschaut. Nichts besonders. Wir haben natürlich sonen Päärchen Knuddel Stuhl bekommen, was ich gerne auch zum Päärchen Knuddeln ausnutzen würde, aber die muss natürlich ihre Tasche zwischen uns stellen. Und nichtmal Popcorn hab ich. Was mach ich die 2 Stunden wohl? Gameboy spielen.
Das Film ist zuende. Wie erwartet hat ihr die Oma, die Motorrad fährt am Meißten gefallen. “So eine Oma hätt ich auch gerne.”, behauptet sie. “Glaub mir, das willst du nicht.”, entgegne ich. Was nun? Achso, Glühwein am Weihnachtsmarkt. Und meinen Eltern muss ich auch noch ein Geschenk kaufen. Denen kaufe ich immer solche Bienenwachskerzen für zwei Euro. Sehr ressourcensparend, das Ganze.
Wir kommen an, und gehen einmal quer über das Gelände. Sie hat panische Angst von jemandem gesehen zu werden, der sie kennt, und schaut sich deshalb die ganze Zeit um. Gehts noch? Ich kaufe zwei Bienenwachskerzen vom Händler, und bitte ihn, sie zu verpacken. Dann gehen wir von Gelände runter auf eine nahe gelegene Bank und starren durch die Gegend. Es ist schon dunkel.
Ich habe jetzt endlich Glühwein intus. Nicht viel, aber egal. Ich schwafel mir vor, ich wäre angetrunken, was natürlich völliger Blödsinn ist. Sie redet auch irgendwas, aber ich höre ihr nicht zu. Muss wohl wieder irgendwas über World of Warcraft sein. Das ist doch auf die Dauer nicht mehr interessant. Ich sollte sie jetzt küssen, vielleicht stellt sie das ruhig. “This is Spartaaaaa!!11″, denke ich mir, drehe mich zu ihr, und beuge mich in ihre Richtung. “Arrrghh, hör auf”, schreit sie, und drückt mich weg. So eine Scheiße. Das ist der richtige Zeitpunkt zu fliehen. “Da, ein Blutelf!”, sage ich, und ehe sie wegschaut, renne ich davon. Nicht. Ich sitze schockiert da, und habe ein mulmiges Gefühl im Magen. Klar, ich wäre gern einfach geflüchtet, aber ich bin ein Schwächling. Ich höre mir also noch eine weitere Stunde ihr Gegacker über WoW an, ehe wir zum Bahnhof gehen.
Eigentlich habe ich Hunger, aber in einem Dorf wie Coburg gibt es kein Essen. Das holen die alle “fei aus Lichtenfels oder Bamberg”, hat ein Frange zu mir g’sagt. Wir kommen an, und sie sieht bereits das Auto ihrer Eltern am Bahnhof stehen. “Wenn ich nachher einsteige, grinst mich Mama bestimmt nur an.”, sagt sie. Wir gehen zum Gleis. Fünf Minuten noch. Da muss doch noch was zu holen sein. “Ich krieg doch nen Abschiedskuss, oder?”, frage ich. “Nein.”, antwortet sie. “Und nen Abschiedsbuserl?”, entgegne ich. Sie gibt ein “hmpf” von sich. Ich greife ihr an die Hüften, ziehe sie zu mir und drücke ihr einen Schmatzer auf die Lippen. Das ist so lustlos. Trockener als in der Sahara. Mies. Ich lasse los und setze erneut an. “Einen, hast du gesagt!”, sagt sie entgeistert. “Jaja.”, antworte ich nur.
Ich steige in den Zug ein, das wird wieder eine lange Fahrt. Sie wartet nicht um zu winken, sondern verschwindet sofort. Ich fahre an einem Ort namens Lichtenfels vorbei. Dort wohnte auch ein weibliches Wesen, dass ich in diesem verfluchten Spiel kennengelernt habe. Irgendwie alles aus Franken, auf dem Server.

