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Eindruecke aus dem Buch: Nerd Frauen (#2)


2009
11.09

Ein neuer Eindruck aus meinem Buch! Diesmal geht es wieder um Nerd Frauen. Man sucht sie überall, und wenn man meint, eine gefunden zu haben, hat sie doch wieder irgendetwas unnerdiges an sich. In meinem Manuskript zähle ich sicher einige davon auf.  Folgender Fall erwies sich als einer der abstruseren Art. Aber seht selbst!

Ich weise nochmal drauf hin dass es mir bewusst ist, dass die Auszüge teils recht flach sind. Das liegt einfach daran, dass ich gewisserweise nicht sofort alles posten möchte, damit am Ende auch jemand das Buch selbst liest :S

Pic via andrewtcrummy on flickr - thx! cc-by-nc-sa

Ich habe in meinem Leben eigentlich nur eine richtige Nerd Frau kennengelernt. Ansätze für Nerd Frauen oder Geek Frauen lassen sich aber recht häufig beobachten. Manche haben das Netz und den PC einfach noch nicht für sich entdeckt. Ein Mädchen beispielsweise, was ich in der Grundschule kennenlernte, was vortrefflich in der Mathematik und im logischen Denken, verhielt sich immer äußerst unauffällig und trug eine Brille. Gut über die Bedeutsamkeit der Brille mag man streiten. Man sah sie auch nie irgendwo in der Realität, vermutlich war sie ein belesener Mensch. Die Mathematik an sich ist ja schon ein gutes Indiz für einen Gewissen Anteil an Geekness. Eine Sozialphobie erhöht die Geekness gleich noch mehr.

Nerdig war auch ihre Einstellung zu Selbstmordgedanken, die sie leider in die Tat umsetzte. Die Geschichte hierzu ist relativ kurz. Susanne, ihres Zeichens Rotschopf, pflegte eine recht merkwürdige Unterhaltungskultur. In der Sekundarstufe war sie eine Klasse über mir, und ich traf sie einmal auf dem Herrenklo, wie sie einige Kröten in eine Tüte gepackt hat. Dies hinterließ einen Eindruck der dritten Art, wie man sich sicherlich denken kann. An einem anderen Tag hatte sie ein paar tote Ratten in ihrem Schulranzen. Auf die Frage, zu welcher Tageszeit sie diese verspeisen wollte, antwortete sie nur “Brettspiel”.

Ansonsten hörte ich recht wenig von ihr, außer dass sie Schwimmen mochte, was ihr sicherlich starke Abzüge auf der Nerd Punktetabelle bringt. Dazu war sie noch im Religionsunterricht, was dem ganzen den Rest gibt. Finde sowas immer recht traurig, dass manche Menschen, die sonst alles sehr rational sehen, bei diesem Thema ihr Gehirn ausschalten.

Whatever. Als ich dann auf die Oberstufe wechselte, kam sie in meine Klasse. Sie freundete sich mit einem Menschen an, der bei mir eine starke Paranoia hinterlassen hat. Bob, ein schwuler katholischer Exorzist. Als er mir davon erzählte, lachte ich nur über ihn, denn es ist doch eigentlich ein Widerspruch in sich: Homosexualität und Katholizismus. Bob war, wie viele Mädchen * hust * in dem Alter, vernarrt in Manga und Anime. Diese Kinderkrankheit übertrug er dann auch schnell auf Susanne. Irgendwie passte das nicht zu ihr, aber ich wusste sehr wenig über sie. Sie sagte ja nie etwas. Manchmal hatte ich ganz vergessen, dass sie überhaupt in meiner Klasse war, oder dass es sie überhaupt gab.

Im Winter des Jahres war Bob dann verschwunden. Einige Tage nach seinem Verschwinden fand man Susanne in einem Pentagramm aus Rinderblut erdolcht auf einem schneebedecktem Feld. Nett. Ich konnte mir das Spektakel anschauen, es waren sehr schaurige Muster im Schnee. Fand ich persönlich verdammt ästethisch. Irgendwann brach die Polizei die Ermittlungen ab, und sagte, dass alles auf Selbstmord deute. Ihre Leiche lächelte damals, also wird das wohl stimmen. Ich wollte eigentlich ein paar Fotos für den “Crank” Ordner machen, aber die Eltern waren dort, weshalb ich das dann doch gelassen habe.

Wie dem auch sei, ein rational denkender Mensch, so sagte man mir einmal, solle die Entscheidungen anderer Menschen über ihr Leben respektieren, oder sich gar dafür freuen. Toleranz gegenüber solchen Gedanken zählt also zum Nerdtum. Ist irgendwie suboptimal. So werden die ganzen Leute die austicken und an ihrer Schule ein paar Leute umbringen und dann sich selbst natürlich auch in diese Ecke gedrängt. Dabei erzeugt Peter Lustig von Löwenzahn doch viel mehr Aggressionen als eine gepflegte Partie irgendeines Ego-Shooters.

Ich erinnere mich nicht wirklich an sonstige richtig nerdige Frauen. Ich fand neben Susanne noch eine vielzahl weiblicher Wesen, die abgeschottet vom sozialen Geschehen lebten die rational Denken konnten, oder viel vor dem PC saßen. Doch dann kamen immer wieder andere Faktoren hinzu, die sich negativ auf das Gesamtbild auswirkten. Es reicht nunmal nicht, dass nur einer der Faktoren zutrifft. Und eben dieses Zusammenspiel ist bei weiblichen Wesen eine absolute Rarität.  So waren es keine Nerds, die ich traf. Es wird auch mit der Zeit schwieriger das zu definieren. Oder liegt es einfach am femininen Genus?

Frauen sind nicht gleichberechtigt. Höchstens mit einem Esel. Das zeigt das Nerdtum auch. Wenn Frauen gleichberechtigt wären, wüssten sie auf Anhieb was ein Systray ist, oder in welchem Gebiet man in Flyff auf Stufe 40 am Besten grindet. Sie wüssten dann was eine Ubuntu Live CD ist, und würden sich nicht jeden Morgen ein Gesicht aufmalen.

Bedienen wir damit eigentlich Klischees? Tut man Recht daran, mir vorzuwerfen, ich habe Stereotypen im Kopf gespeichert? Ja und nein, und das liegt eben daran, dass die Wesen, die nicht voll und ganz in das Raster passen, sich auch ganz deutlich eben in diesem Verhalten von den Nerds und Nerdinen unterscheiden. Und es ist nicht die Handtasche namens KDE, oder das Lippgloss namens GNU Image Manipulation Programm, sondern die fundamentale Grundeinstellung, die sich jenseits von Mode Accessoires wiederspiegelt.

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Eindruecke aus dem Buch: Klara (Virtual Life) #3


2009
11.06

Weiter gehts mit Klara. Demnächst gibts auch wieder zu anderen Teilen Eindrücke. Freue mich wie immer über Kommentare und eigene Erfahrungen!

Die Treppe.. Gnaaaaahhhh!!!11 Bildquelle

“Ach mist, ist ja schon fast 14 Uhr”, sagt Klara, “da müssen wir erstmal ins Kino”. Na super. Kino statt Glühwein, diese verdammte Contentmafia auch noch unterstützen. -.-

Wir machten uns auf den Weg dorthin. Auch das Kino war nicht sehr weit weg. Eigentlich ist hier garnichts weit weg. Oh nein, eine Treppe. “Trägst du mich?”, frag ich sie. Sie lächelt nur. Also kämpfe ich mich die gefühlten 40000 Stufen zum Eingang des Kinos hoch. Oben angekommen und völlig außer Puste frage ich mich, in welchen geistigen Erguss eines Hollywood Filmemachers wir nun gehen werden. “Baader Meinhof Komplex”? Eigentlich ein guter Schinken, jedoch für ein 14 Jähriges Mädchen mit dem Horizont eines Pudels nicht sehr geeignet. Ah, Tintenherz. Da gehen wir mal rein. Am Ende des Filmes kommt ja so eine Oma, die Motorrad fährt, das könnte ein Dorfmädchen sogar lustig finden.

Möööp, Karten gekauft. Ich hab ihr eine Cola bezahlt, jetzt bezahlt sie mir die Kinokarten. Ein fairer Tausch. Zwei fufzig, gegen vierzehn Euronen. Muhaha Popcorn. Da stell ich mich doch gleich an. “Ich brauch nichts”, sagt sie. Doch, ein Gehirn. Naja, egal. Ich stelle mich in die Reihe von circa zehn Menschen. Es bewegt sich nichts. Sie stellt sich an den Rand und wartet. Verdammt. Nach ungefährt 10 Sekunden gehe ich wieder zu ihr. “Hab mich umentschieden”, erzähle ich ihr.

Der Film geht los. Hab den ja schon raubmordkopiert und angeschaut. Nichts besonders. Wir haben natürlich sonen Päärchen Knuddel Stuhl bekommen, was ich gerne auch zum Päärchen Knuddeln ausnutzen würde, aber die muss natürlich ihre Tasche zwischen uns stellen. Und nichtmal Popcorn hab ich. Was mach ich die 2 Stunden wohl? Gameboy spielen.

Das Film ist zuende. Wie erwartet hat ihr die Oma, die Motorrad fährt am Meißten gefallen. “So eine Oma hätt ich auch gerne.”, behauptet sie. “Glaub mir, das willst du nicht.”, entgegne ich. Was nun? Achso, Glühwein am Weihnachtsmarkt. Und meinen Eltern muss ich auch noch ein Geschenk kaufen. Denen kaufe ich immer solche Bienenwachskerzen für zwei Euro. Sehr ressourcensparend, das Ganze.

Wir kommen an, und gehen einmal quer über das Gelände. Sie hat panische Angst von jemandem gesehen zu werden, der sie kennt, und schaut sich deshalb die ganze Zeit um. Gehts noch? Ich kaufe zwei Bienenwachskerzen vom Händler, und bitte ihn, sie zu verpacken. Dann gehen wir von Gelände runter auf eine nahe gelegene Bank und starren durch die Gegend. Es ist schon dunkel.

Ich habe jetzt endlich Glühwein intus. Nicht viel, aber egal. Ich schwafel mir vor, ich wäre angetrunken, was natürlich völliger Blödsinn ist. Sie redet auch irgendwas, aber ich höre ihr nicht zu. Muss wohl wieder irgendwas über World of Warcraft sein. Das ist doch auf die Dauer nicht mehr interessant. Ich sollte sie jetzt küssen, vielleicht stellt sie das ruhig. “This is Spartaaaaa!!11″, denke ich mir, drehe mich zu ihr, und beuge mich in ihre Richtung. “Arrrghh, hör auf”, schreit sie, und drückt mich weg. So eine Scheiße. Das ist der richtige Zeitpunkt zu fliehen. “Da, ein Blutelf!”, sage ich, und ehe sie wegschaut, renne ich davon. Nicht. Ich sitze schockiert da, und habe ein mulmiges Gefühl im Magen. Klar, ich wäre gern einfach geflüchtet, aber ich bin ein Schwächling. Ich höre mir also noch eine weitere Stunde ihr Gegacker über WoW an, ehe wir zum Bahnhof gehen.

Eigentlich habe ich Hunger, aber in einem Dorf wie Coburg gibt es kein Essen. Das holen die alle “fei aus Lichtenfels oder Bamberg”, hat ein Frange zu mir g’sagt. Wir kommen an, und sie sieht bereits das Auto ihrer Eltern am Bahnhof stehen. “Wenn ich nachher einsteige, grinst mich Mama bestimmt nur an.”, sagt sie. Wir gehen zum Gleis. Fünf Minuten noch. Da muss doch noch was zu holen sein. “Ich krieg doch nen Abschiedskuss, oder?”, frage ich. “Nein.”, antwortet sie. “Und nen Abschiedsbuserl?”, entgegne ich. Sie gibt ein “hmpf” von sich. Ich greife ihr an die Hüften, ziehe sie zu mir und drücke ihr einen Schmatzer auf die Lippen. Das ist so lustlos. Trockener als in der Sahara. Mies. Ich lasse los und setze erneut an. “Einen, hast du gesagt!”, sagt sie entgeistert. “Jaja.”, antworte ich nur.

Ich steige in den Zug ein, das wird wieder eine lange Fahrt. Sie wartet nicht um zu winken, sondern verschwindet sofort. Ich fahre an einem Ort namens Lichtenfels vorbei. Dort wohnte auch ein weibliches Wesen, dass ich in diesem verfluchten Spiel kennengelernt habe. Irgendwie alles aus Franken, auf dem Server.

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